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Hahnheim besucht Váralja 2010


Reise zum Kuglóffesztivál in Váralja

von Karola Elter

Am 17. Juni 2010, pünktlich um 5.30 Uhr, startete der Reisebus der Fa. Ramsbrock mit dem bewährten Fahrer Frank und 48 „reisefiebrigen“ Fahrgästen Richtung Ungarn. Über Würzbug und Nürnberg führte die Fahrt zum 1. Etappenziel: Passau. Dort legte um 12.00 Uhr das Schiff ab, welches uns in sechsstündiger Fahrt auf der Donau nach Linz schipperte. Bei schönem Sonnenschein verbrachten wir einen kurzweiligen Nachmittag und viele ließen es sich nicht nehmen, trotz heftigem Wind die herrliche Landschaft und das Durchfahren von drei Schleusen auf dem Oberdeck zu genießen.

In Linz erreichten wir nach einem kurzen Fußmarsch das Hotel, wo unser aufmerksamer Busfahrer schon das Gepäck ausgeladen hatte. Nach einer erholsamen Nacht und dem stärkenden Frühstück vom vielfältigen Büffet starteten wir am nächsten Morgen um 8.30 Uhr zu unserer 2. Etappe.

Vorbei an Wien, Györ und Budapest ging es auf der Autobahn zügig voran und um 16.45 Uhr wurden wir in Váralja freudig in Empfang genommen. 30 Hahnheimer hatten ihr Quartier privat bei Freunden, die restlichen 18 im Hotel Rittinger in Bonyhád. Hier trafen wir auch wieder auf das Ehepaar Arendt aus Hahnheim, welches die Fahrt aus gesundheitlichen Gründen im eigenen Pkw unternommen hatte.

Um 19.00 Uhr begann dann im Parkwald von Váralja das Kuglóffesztivál, auf deutsch: Gugelhupffest. Bei reichlich Essen und Trinken verfolgten wir das Programm auf der Bühne des Festzeltes. Nach der offiziellen Begrüßung durch die Bürgermeisterin Ágnes Filczinger und dem Überreichen der Gastgeschenke spielte die „Ticket-Kapelle“ deutsche Lieder zum Tanz.

Nach dem vielen Regen der letzten Wochen war die gesamte Festwiese ziemlich aufgeweicht. Das hielt aber einige nicht davon ab, auch ohne Gummistiefel auf dem nassen Gras ein Tänzchen zu wagen. Zu später Stunde brachte dann der kleine Shuttlebus die „Hotelschläfer“ nach Bonyhád, während die „Váraljaschläfer“ von ihren Freunden mit Pkw’s nach Hause gefahren wurden.

Bei schönstem Sommerwetter trafen wir uns am Samstag um 10.00 Uhr vor der Kulturhalle, um von dort aus gemeinsam zum Friedhof zu gehen. Am Grab von Altbürgermeister Stefan Amrein gedachten wir unserem Ehrenmitglied. Der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Roland Elter, legte ein Grabgesteck nieder, und Ortsbürgermeisterin Sigrid Mangold-Wegner hielt einen kurzen Nachruf.

Anschließend war Gelegenheit, die verschiedenen Institutionen von Váralja zu besuchen. Der Kindergarten und das Heimatmuseum konnten besichtigt werden, ebenso das Altersheim. Anneliese Heyer und Brigitte Cöster vom Ökumenischen Seniorenkreis Hahnheim hatten für jeden Heimbewohner ein kleines Geschenk mitgebracht, welches mit großer Freude und liebevollen Gesten dankbar entgegengenommen wurde.

Das Mittagessen gab es dann wieder im Festzelt im Wald, viele waren aber auch bei ihren Gastgebern eingeladen. Der Nachmittag war ausgefüllt mit dem vielfältigen Programm auf der Festwiese. Angelwettbewerb, Weinverkostung, Kutschfahrten, Kochwettbewerb, Schaumparty für die Kinder, Akrobatik–und Tanzvorführungen, Volkstanz, Kaffee und Kuchen usw.

Einige Wagemutige trauten sich in einen Autoskooter, welcher bei uns sicher keine TÜV-Plakette mehr erhalten hätte, oder wagten eine Fahrt mit dem Kettenkarussell, das auch schon ziemlich in die Jahre gekommen war. Der Höhepunkt war aber das Kneten des Teiges für die Hauptattraktion dieses Festes, den Gugelhupf. Ca. 1 ½ Stunden muss der Hefeteig von vielen kräftigen Händen durchgeknetet werden.

Gefüllt mit einer leckeren Schoko-Zimt-Zucker-Rosinen-Mischung wird er dann in handgetöpferten Formen gebacken. Hunderte dieser „Hochzeits-Bundt“ wurden dann im Ganzen oder stückweise von den vielen fleißigen Helferinnen verkauft. Es gab auch noch Stände mit Töpferwaren, Schmuck und Spielzeug.

Sehr begehrt waren auch die schönen Waren des Korbmachers. Viele davon sahen wir bei der Abreise, vollgepackt mit Salami, Honiggläsern und Paprika im Gepäckraum unseres Busses verschwinden.

Ein leckeres Büfett mit Brot, Schinken, Salami, Paprika und Tomaten gab es am Abend wieder im Festzelt. Weitere Tanz- und Musikeinlagen sowie reichlich Wein und Váraljawasser sorgten für gute Stimmung unter allen Gästen.

Am Sonntag mussten wir wieder alle zeitig aus den Federn, denn um 9.00 Uhr startete der Bus in Richtung Pécs. Die Kulturhauptstadt 2010 zeigte sich bei strahlendem Sonnenschein von ihrer besten Seite. Nach einem Rundgang über den großen Sonntagsmarkt besichtigten wir die Moschee und die Kathedrale.

Leider blieb für einen ausgiebigen Stadtbummel wenig Zeit, denn um 14.00 Uhr war Mittagessen in Hidas angesagt. Nachdem wir uns mit Kraftbrühe und Schnitzel mit Letscho gestärkt hatten, ging die Fahrt wieder zurück nach Váralja.

Nach einer kurzen Verschnaufpause versammelten wir uns um 18.00 Uhr zu einem feierlichen Gottesdienst in der Evangelischen Kirche. Im Anschluss daran wurde Heinz Ofenloch posthum zum 4. Ehrenbürger von Váralja ernannt.

Eine Ansprache der Bürgermeisterin Àgnes Filczinger und die feierlichen Klänge des Posaunenchores umrahmten die ergreifende Zeremonie, und nicht nur der Himmel weinte in diesem Moment.

Bei strömendem Regen begaben wir uns dann in den Gemeindesaal im Pfarrhaus. Da dieser für alle aber zu klein war, mussten einige wagemutige das leckere Abendessen unter den Pavillons im Freien einnehmen. Zur Vorbeugung gegen drohende Erkältungen durch nasse Füße gab es natürlich nur eine Medizin: Váraljawasser.

Später rückten wir dann im Gemeindesaal alle zusammen und feierten ausgiebig Abschied. Marc Herold überreichte uns ein Modell der Reformierten Kirche, welches er in mühevoller Kleinarbeit aus unzähligen Streichhölzern gebastelt hatte.

Gut verpackt durfte das wertvolle Stück die Heimreise im Bus auf dem Sitz hinter dem Fahrer antreten. Jetzt kann die kleine Kirche im „Váraljazimmer“ bewundert werden.

Am Montag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen. Um 8.15 Uhr saßen alle im Bus und Fahrer Frank staunte nicht schlecht über die „wundersame Gepäckvermehrung“.

Außerdem hatten wir von unseren ungarischen Freunden wieder jede Menge Verpflegung für unterwegs mitbekommen. Bei einer Mittagsrast auf dem Kahlenberg bei Wien stärkten wir uns mit Brötchen, Salami, Paprika und Käse sowie der restlichen „Doseworscht“, die wir noch von der Hinfahrt übrig hatten.

Am späten Nachmittag bezogen wir dann unser Quartier im „Wachauer Hof“ in Melk. Ein Teil der Gruppe besichtigte noch im Schnelldurchgang das berühmte Stift mit Marmorsaal, Bibliothek und Stiftskirche, bevor um 18.30 Uhr gemeinsames Abendessen angesagt war.

Nachdem uns unser Reiseleiter Roland etwas mehr Nachtruhe zugestanden hatte, begann am Dienstag um 9.00 Uhr die letzte Etappe unserer Fahrt. Diese führte uns über Linz und Passau zur Mittagspause nach Wörth an der Donau. Im Gasthaus „Am See“ war schon das Essen bestellt und nach einem kleinen Verdauungsspaziergang bestiegen wir satt und gut gelaunt den Bus.

Dieser erreichte nach problemloser Fahrt pünktlich um 19.00 Uhr das Hahnheimer Gemeindezentrum. Beim Abschied waren sich alle darüber einig, dass die Reise wieder wunderschön und die Gastfreundschaft unserer Freunde in Váralja einmalig war.