Hahnheim

Aktuelles
Gemeinde Hahnheim

Hahnheim Gemeindehalle

Gemeinde Hahnheim

für Kinder von 0-3 Jahren

SC Hahnheim


Termine
EV. Kirchenchor
24.09.2017

Partnerschaftsverein
28.09.2017 (20 Uhr) bis 02.10.2017

TC HaSe
08.10.2017 (ab 15 Uhr)

Landfrauen-Verein
26.10.2017 (19:30 Uhr)

SPD Hahnheim
29.10.2017 (11 Uhr)

Hahnheim besucht Váralja 2008


Salami, Paprika und kurzärmelige Hosen
Bericht von Karola Elter

Am Mittwoch, den 21. Mai 2008, startete pünktlich um 19.00 Uhr der Reisebus in Richtung Ungarn. 29 gut gelaunte Passagiere samt Gepäck, unzählige Kartons mit Kinderkleidung und Papier für den Kindergarten, sechs Rollatoren, einige Gehstöcke und Krücken für die Bewohner des Altersheimes etliche Kisten mit Hahnheimer Wein sowie diverse Taschen in allen Größen und Gewichtsklassen, vollgepackt mit Geschenken für die Freunde in Váralja, wurden mit Hilfe des Fahrers im Bus verstaut. Nach dieser logistischen Meisterleistung ging es dann endlich los. Zuerst führte der Weg, unter Umgehung eines 40 km langen „Feiertagsstaus“ bei Würzburg durch den Spessart nach Hafenlohe zum Busunternehmen. Dort übernahmen unsere Fahrer Manfred und Felix das Steuer.

Angesichts des schönen Wetters machte sich Ingo Kriesche schon kurz nach der Weiterfahrt Gedanken, ob denn die eine „kurzärmelige Hose“ wohl reichen würde, die ihm seine Frau in den Koffer gepackt hatte. Das war dann bis in die Nacht und auch noch in den nächsten Tagen das geflügelte Wort im hinteren Teil des Busses, wo die meisten der „erstmals nach Váralja fahrenden“ saßen.

Am Donnerstagmorgen war dann unser erstes Ziel Budapest, die „Perle an der Donau“. Dort wurden wir von Bürgermeisterin Àgnes Filczinger und einer kleinen Delegation „Váraljaner“ herzlich begrüßt. Nach der Besichtigung der Fischerbastei und der Matthiaskirche (hier wurden Kaiser Franz Joseph I und seine Gattin Sisi gekrönt) genossen alle von der Budaer Burg aus den herrlichen Blick auf die Stadt und die Donau mit ihren zahlreichen Brücken. Nach dem Mittagessen in einem vorzüglichen Restaurant konnten wir bei einer einstündigen Fahrt mit einem Donauschiff etwas ausruhen. Danach stand die Besichtigung des Parlamentes auf dem Programm. Das riesige Gebäude wurde 1902, nach 17jähriger Bauzeit, fertig gestellt und beherbergt heute die Ungarische Nationalversammlung. Alle Sitzungs- und Tagungsräume sind mit Gold, Fresken, Gemälden und Gobelins geschmückt. Seit dem Jahr 2000 sind hier auch die ungarischen Krönungsinsignien ausgestellt. Nach diesem erlebnisreichen Tag erreichten wir am Abend das Hotel Rittinger in Bonyhád, wo schon ein leckeres Abendessen vorbereitet war. Danach hieß es nur noch: ab ins Bett und ausruhen für den nächsten Tag.

Dieser begann um 11.00 Uhr mit der offiziellen Begrüßung in der Kulturhalle in Váralja. Bis zum Mittagessen war dann Gelegenheit, den Kindergarten, das Altersheim oder das neue Vereinshaus des Winzervereines zu besuchen. In der alten Schule wurden handgefertigter Schmuck, Honig, Paprika und natürlich Palinka zum Verkauf angeboten. Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde bei einem Schlachtfest die Wurst für das Abendessen zubereitet. Unter der fachlichen Anleitung von Metzger Janosch Herold arbeitete Roland Elter mit den Händen das Füllsel für die Bratwurst durch, die dann am Abend, zusammen mit frischer Blutwurst, Kartoffeln und Krautwickeln, zum Essen gereicht wurde. Damit niemand von diesen Kalorienbomben Magendrücken bekam, wurde reichlich „Váraljawasser“ nachgegossen.

Vorher gab es aber noch ein buntes Kulturprogramm auf der Bühne. Tanzgruppen, Chor und Kindergartenkinder erfreuten die Gäste und Gastgeber. Der Partnerschaftsverein Hahnheim überreichte jedem Kindergartenkind einen Rucksack, bestickt mit dem jeweiligen Namen sowie dem „Hahnheimer Gickel“. Damit künftig jeder Hahnheimer und jeder Váraljaner weiß, wie weit es in das Partnerdorf ist, überreichte der Partnerschaftsverein zwei Hinweisschilder mit dem jeweiligen Ortswappen und Entfernungsangabe „1.128 km“. Diese wurden von den beiden Bürgermeisterinnen freudig in Empfang genommen.

Nach dem Abendessen begann der Loseverkauf für die reich bestückte Tombola und dann konnten, bei fetziger Tanzmusik, die angefutterten Kalorien wieder abgebaut werden. Erst nach Mitternacht endete dieser schöne Abend.

Der Samstag war dann Ausflugstag. Zusammen mit einigen Freunden aus Váralja fuhren wir mit dem Bus in die Hauptstadt des Komitats Tolna, nach Szekszárd. Nach der Besichtigung der archäologischen Sammlungen im Volkskundemuseum zapften wir im Hof des Alten Komitatshauses Wein aus einem Brunnen. Auf einer schmalen Straße fuhren wir zum Aussichtspunkt Kiláto. Dort hatten unsere ungarischen Freunde ein Picknick mit lecker belegten Broten, Getränken und Kaffee vorbereitet. Nach der Mittagspause führte unser Weg nach Kalocsa. Am Dreifaltigkeitsplatz ragt der eindrucksvolle, barocke Dom himmelwärts, die Stirnseite des Platzes wird beherrscht vom Erzbischöflichen Palais. Hier hatten wir eine Führung durch die Bibliothek und die Kunstsammlung. Berühmt ist Kalocsa auch für sein „rotes Gold“, den Gewürzpaprika, der hier seit 200 Jahren angebaut wird. Mehr dazu erfuhren wir bei der Besichtigung des Paprikamuseums. Nach dem Genuss eines leckeren Eises ging die Fahrt dann weiter nach Hajós. Im 18. Jahrhundert ließen sich hier deutsche Siedler nieder. Bis heute leben deren nachfahren in diesem Dorf. Besucht wird Hajós aber vor allem wegen der ca. 1.400 Kelterhäuschen, die auf einem Hügelzug südlich des Ortes aneinandergereiht sind. 20 bis 50 m führen die Keller in den Berg hinein. In einem der Kelterhäuschen nahmen wir das Abendessen ein, äußerst leckeres Pökölt (Gulasch) mit frischem Weißbrot. Dazu gab es natürlich ungarischen Wein. Später führte uns dann der Wirt zu einem Keller und ließ uns seinen Wein, direkt aus dem Fass gezapft, probieren. Da an diesem Wochenende gerade Weinfest in Hajós war, hatten wir Gelegenheit, im allgemeinen Trubel durch das Dörfchen zu schlendern und die diversen Stände mit allerlei Krimskrams, Süßigkeiten usw. zu bestaunen. Jürgen Schwamb wagte sogar eine Fahrt auf dem Kettenkarussell, welches bei uns sicherlich keine TÜV-Prüfung mehr bestanden hätte.

Der Sonntag begann um 10.00 Uhr mit einem Evang. Gottesdienst im Wald. Bei herrlichem Sonnenschein saßen wir auf Bänken unter Pavillons und sangen u.a. „Großer Gott wir loben dich“, die einen in deutsch, die anderen in ungarisch. Pfarrerein Bernadette Schaller und Pfarrer Alfred Gál teilten sich Liturgie und Predigt. Bis zum Mittagessen gab es reichlich Gelegenheit, sich zu unterhalten. Und wenn es mit der Sprache haperte, dann nahm man eben Hände und Füße zu Hilfe. Auch die Rundfahrten mit der Pferdekutsche waren ein lustiges Erlebnis für Groß und Klein. Zum Mittagessen hatten unsere ungarischen Freunde ein Grillbufet aufgebaut, das keine Wünsche offen ließ. Schweinesteaks, Hähnchenfleisch und Hackfleischröllchen, köstliche Salate und ein großer Kessel mit Hühnerpökölt warteten darauf, verspeist zu werden. Dazu schmeckte das frisch gezapfte Bier und der einheimische Wein. Zu Kaffee und Kuchen waren dann alle wieder in der Kulturhalle versammelt. Viel zu schnell vergingen die schönen Stunden. Um 17.30 Uhr war das Gepäck wieder im Bus verstaut, u.a. auch ein altes Spinnrad, das uns Judit Wagner geschenkt hat. Es stammt aus dem Nachlass ihrer verstorbenen Mutter, Károlyne Schmidt, und soll einen Platz im Váralja-Zimmer finden. Und dann hieß es Abschied nehmen von Váralja und all den lieben Freunden. Außer vielen guten Wünschen und Grüßen an alle Hahnheimer wurde uns auch reichlich Brot, Salami, Käse, Paprika und Süßkirschen mit auf den langen Heimweg gegeben. Nach 15 ½ Stunden Fahrt kamen wir wieder wohlbehalten und voll gepackt mit vielen neuen Eindrücken in Hahnheim an.

Im Jahr 2009 feiern wir die 10-jährige Partnerschaft. Dazu haben wir unsere ungarischen Freunde eingeladen. Sie werden uns an der Hahnheimer Kerb besuchen und wir freuen uns heute schon auf das Wiedersehen!!