Hahnheim

Aktuelles
Gemeinde Hahnheim

Hahnheim Gemeindehalle

Gemeinde Hahnheim

für Kinder von 0-3 Jahren

SC Hahnheim


Termine
EV. Kirchenchor
24.09.2017

Partnerschaftsverein
28.09.2017 (20 Uhr) bis 02.10.2017

TC HaSe
08.10.2017 (ab 15 Uhr)

Landfrauen-Verein
26.10.2017 (19:30 Uhr)

SPD Hahnheim
29.10.2017 (11 Uhr)

Partnerschaft mal musikalisch



Während Deutschland noch im Tiefschlaf lag, trafen sich 54 Reisende (darunter auch einige Jugendliche) aus Hahnheim und Umgebung am 04. Oktober 2012 um 2.30 Uhr im Hof des Gemeindezentrums zur Abfahrt nach Váralja. Leider hatte der Bistrobus der Fa. Stewa aus Kleinostheim etwas Verspätung und so konnten wir nach dem Verstauen des ganzen Gepäcks erst um 3.30 Uhr starten. Peter, unser Fahrer, steuerte den Bus souverän über die 1.200 Autobahnkilometer, während Petra, die „Servicedame“, das Bistro im „Erdgeschoss“ des Busses betreute und auch zeitweise das Lenkrad übernahm. Der Getränke- und Speiseservice im Bus, sowie die üblichen Pipi- und Zigarettenpausen ließen die Fahrt nicht langweilig werden. Voller Vorfreude auf die kommenden Tage kamen wir nach 16 Stunden wohlbehalten in Váralja an. Dort wurden wir im Kulturhaus mit dem üblichen „Váraljawasser“ sowie einem leckeren Abendessen herzlich empfangen. Nach einer kurzen offiziellen Begrüßung und der Übergabe des Gastgeschenkes der Gemeinde Hahnheim (eine Motorsense) an Bürgermeisterin Ágnes Filczinger hatten Julia und Thomas Elter noch ein besonderes Geschenk parat. Sie übergaben die Kollekte ihres Traugottesdienstes, die noch durch diverse Spenden auf 620,00 € aufgestockt war, an János Schmidt und Dr. Adél Müller für die Feuerwehr in Váralja.

Wer sich anschließend mit seinem Gastgeber zu Fuß nach Hause begab wurde trotz später Stunde an fast jedem Haus mit freudigem Hundegebell begrüßt. Nach der vorangegangenen kurzen Nacht und der langen Busfahrt hatten wir uns alle die Nachtruhe redlich verdient.

Am nächsten Morgen hieß es schon früh „raus aus den Federn“, denn der Bus startete schon um 8.30 Uhr am Hotel Rittinger in Bonyhád, wo 17, überwiegend „Erstmalsmitfahrer“, untergebracht waren. Nachdem in Váralja der größere Teil zugestiegen war begann die Tagesfahrt Richtung Süden. Unser erstes Ziel war Siklós (deutsch: Sieglos), eine Kleinstadt im Komitat Baranya, 31 km südlich der Großstadt Pécs am Südhang des Villány-Gebirges. Ein Teil der Gruppe besuchte das neue Thermalbad mit imposanter Innenarchitektur. Der dreistöckige, mehr als 5.000 qm große Komplex, bietet Kalt- und Warmbecken, ein Außenbecken, eine Saunalandschaft sowie Überraschungserlebnisse, nicht nur für Kinder.

Während sich die einen im warmen Wasser entspannten, besichtigten die anderen bei herrlichem Sonnenschein das bedeutendste Baudenkmal der Stadt, die Burg. Erstmals 1294 urkundlich erwähnt, gehört sie zu den am besten erhaltenen historischen Bauten in Ungarn. An ihr können fast alle Epochen der Baugeschichte beobachtet werden und der Blick reicht bis zur kroatischen Grenze, die nur ca. 12 km entfernt ist.

Die Mittagspause verbrachten wir im „Tenkes Csárda“ einem landesweit bekannten Restaurant. Bei Ungarischer Küche und Zigeunermusik kam schnell gute Stimmung auf, es wurde gesungen und getanzt. Zum Abschluss des Tages besuchten wir noch das Rotweinfest in Villány (deutsch: Wieland). Die „Stadt der Trauben und Weine“ ist auch heute noch von Donauschwaben bewohnt, die nach den Türkenkriegen dort angesiedelt wurden. Villány ist vor allem wegen seiner Rotweine berühmt, die dem Ort den Spitznamen „Bordeaux des Ostens“ eingebracht haben.

Der Samstagvormittag stand dann zur freien Verfügung. Man konnte das Dorf besichtigen oder liebe Freunde besuchen. Das Mittagessen wurde in den Gastfamilien eingenommen und diejenigen, die im Hotel untergebracht waren, wurden im Haus von Gyula Kazinczy bewirtet. Er hatte lecker gekocht und alle bedauerten es, dass der Kuchen zum Nachtisch nicht mehr probiert werden konnte. Denn es war mittlerweile 14.30 Uhr und der Bus stand schon bereit um uns alle ins Nachbardorf Izmény zu bringen. In der dortigen Kirche fand eine traditionell schwäbische Hochzeit mit Pfarrerin Bernadett Schaller statt. Die Braut und ein Teil der Gäste war in Trachten gekleidet und der „Partnerschaftschor“ unter seinem Dirigenten Tamás Güth (s. Foto) erfreute alle Gottesdienstbesucher mit einer schönen Gesangsdarbietung.

Zurück in Váralja spazierten wir alle zum Friedhof, um das Grab von Altbürgermeister Istvan Amrein zu besuchen. Eine Gedenktafel, textlich gestaltet vom Partnerschaftsverein und der Gemeinde Hahnheim und handwerklich ausgeführt vom Sohn der Familie Amrein, erinnert jetzt auch sichtbar an unseren Freund Stefan.

Vor dem renovierten Dorfgemeinschaftshaus war dann der nächste Treffpunkt. Hier wurde eine Sitzbank eingeweiht, gestiftet vom Partnerschaftsverein. Von einem Schreiner aus Váralja angefertigt, lädt sie nun alle Spaziergänger zu einer Ruhepause ein.

Nach so viel Kultur ging es dann zum gemütlichen Teil über. Reich gefüllte Platten mit Salami, Schinken, Wurst und anderen Köstlichkeiten warteten schon darauf, abgeräumt zu werden und Wein, Bier, Wasser und Palinka flossen ebenfalls reichlich.

Der Chor aus Váralja erfreute mit einem Lied das eng sitzende Publikum, und anschließend erhielten zwei Frauen für einen Sketch „ohne Worte“, der auch bei uns bekannt ist, viel Beifall.

Nebenan, im Haus der Weinfreunde, war die Stimmung bestens. Karin Leib spielte auf der „Quetschkommode“, es wurde geschunkelt, gesungen und gelacht bis die Gardinen runter kamen. Was passiert, wenn man seinen Gürtel für andere Zwecke hergibt, konnte Hans Karl Hamm „an der eigenen Hose erleben“. Eine Kordel wurde kurzerhand zweckentfremdet und verhinderte einen “Striptease“.

Auch die Jugend kam an diesem Abend zu ihrem Recht. Ein DJ legte flotte Musik auf und die Tanzwütigen konnten sich im Eingangsbereich des Gemeinschaftshauses bis weit nach Mitternacht austoben.

Der Sonntag begann dann mit der Besichtigung des Evangelischen Gymnasiums mit Schwerpunkt Sport in Bonyhád. Tamás Güth, der an dieser Schule mit Internat unterrichtet, führte uns durch die Räumlichkeiten und Außenanlagen. Etwas verspätet kamen wir dann zum Gottesdienst in die Kulturhalle. Nach dem Mittagessen (Gulasch oder feuerrote Fischsuppe) hatten wir dann Zeit, um bei unseren Gastfamilien die Koffer und Taschen zu packen. Zur Kaffeezeit trafen wir uns dann alle wieder an der reich bestückten Kuchentafel. Wer anschließend immer noch nicht satt war, konnte sich vor der langen Heimreise noch mit heißen Würstchen und Brot stärken. Mit dem Bus nahte auch der Abschied. Das Gepäck wurde eingeladen und dann hieß es wieder: Abschied nehmen von allen lieben Freunden. Es wurde gedrückt und geküsst bis auch der/die letzte verabschiedet war. Es war schon dunkel, als wir um 18.45 Uhr losfuhren. Etwas müde und erschöpft, aber um viele neue Erfahrungen und Freundschaften reicher, kamen wir dann am Montag um 10.30 Uhr wieder wohlbehalten in Hahnheim an.

Am Samstag, d. 24.11.2012 findet der Jahresabschlussabend des Partnerschafts-vereins mit Bilderschau statt. Hierzu wird noch gesondert eingeladen!

Karola Elter